Kindheitserinnerungen

Um diese Zeit hatten wir früher schon Schnee, die Fensterscheiben waren mit Eisblumen verziert, denn so abgedichtete Fenster wie wir sie heute haben, gab es früher (60-iger 70-iger Jahre) ja nicht . Mein Vati sorgte dafür das wir die Kohlen für den Winter schon im späten Herbst im Keller hatten, selbst darauf musste gespart werden, ach so heute sparen wir ja auch, das wir die Heizkostenabrechnung bezahlen können, also hat sich da schon mal nichts verändert. Wir schleppen nur keine Kohleneimer mehr aus dem Keller in die Stube!

In der ersten Wohnung hatten wir nur einen Ofen für die 2 Zimmer die wir bewohnten, das war schon oft sehr kalt. Später als ich so ungefähr 12 war zogen wir in eine andere Wohnung, da hatten wir endlich in der Küche einen Glutusherd und in der Stube einen Kachelofen, sogar ein kleines Bad, zwar ohne Fenster, aber mit einem Badeofen und e n d l i c h konnten wir ein Wannenbad nehmen!

Ich erinnere mich genau an mein erstes, es war einfach wunderschöööön 😉

Der erste Winter in der neuen Wohnung wird mir immer in Erinnerung bleiben, es war so warm und wir saßen zufrieden beieinander und freuten uns das wir endlich eine warme Wohnung haben und eine Innentoilette und mein Bruder sein eigenes kleines Reich … wir Kinder glaubten wir sind jetzt reich^^.

Vati und Mutti sahen glücklich aus und endlich hatten wir mehr Platz um uns nicht immer auf den Wecker zu gehen, tagsüber spielte ich im Schlafzimmer- das leider nicht beheizbar war- , denn mein Bruder ließ mich nicht in SEIN Reich rein^^ oder ich spielte in der Stube. Für mich war leider kein eigener Raum da. Geschlafen haben Mutti und ich im Ehebett, Vati musste auf dem Sofa in der Stube schlafen und mein Brotherherz hatte sein Bett in seinem Zimmer, was er mir ja ständig unter die Nase rieb, Wir sind 5 Jahre auseinander und er war immer eifersüchtig auf mich Kleene, jetzt hatte er was wo er mich ärgern konnte 😉 trotzdem war es schön endlich mehr Platz als nur 2 Zimmer zu haben und vor allem im warmen und mit fließenden Wasser in der Wohnung  leben zu können.

Nikolaustag war immer ein Festtag, es gab Apfelsinen,Nüsse, Schokolade und Fondant Kringel … mein Brotherherz hatte seinen Stiefelinhalt meistens viel schneller als ich geplündert und er gneierte so lange bis ich ihm dann noch von meinen Schätzen was abgab. Ja das war ja früher so etwas besonderes, wenn man Schokolade und Apfelsinen essen konnte.

Jetzt waren wir noch aufgeregter auf Weihnachten, es dauerte und dauerte bis endlich der große Tag kommen sollte…

Wir wohnten im Harz und da lag immer Schnee, wir verbrachten jede freie Minute draußen mit Ski fahren, Rodeln , Schlittschuhlaufen… Abends sind wir Halbgefrorenen^^ nach Hause gekommen. Schneeanzüge gab es nicht und auch keine Thermosachen, wir hatten Baumwolltrainigshosen(so ähnlich wie heute Jogginghosen, nur nicht so schick^^) und Anoraks die nicht gerade dick gefüttert waren. Schuhe war genau so, man fror eigentlich immer damit. Mütze Schal und Handschuhe wurden von Oma selbst gestrickt und ruck Zuck waren die gefroren, wenn sie mit Schnee in Berührung kamen. Ja und das sind sie, denn wir tollten herum und das frieren kam erst zu Hause 😉

Es war die schönste Zeit meines Lebens 🙂

2 Kommentare zu “Kindheitserinnerungen

  1. So, wie du das erzählst, kenne ich das ähnlich auch. Es waren gute, zufriedenen Zeiten.
    Sehr glücklich bin ich, es geschafft zu haben, dass auch meine Kinder den Zusammenhalt der Familie als höchstes Gut sehen.
    Eine wundervolle Nikolausgeschichte hast du erzählt.<3

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  2. Der Artikel wurde gerade unter dem aktuellen Schneebeitrag zum Lesen vorgeschlagen, und das war auch sehr schön. Manches davon trifft auch meine Erinnerungen aus den 60ern. Wir hatten damals auch bloß Öfen, und die nicht in jedem Raum, und Badewasser kam nur Sonnabends heiss aus dem ‚Badeofen‘, je einmal für zwei von uns vieren und mit Fichtennadel-Badetabletten, nicht mit Schaumbad. Besonders schön war es, wenn wir vorher, so wie du auch schreibst, stundenlang draussen gewesen waren, entweder zum, Eislaufen oder mit dem Schlitten auf der „Todesbahn“ am Amtsturm – heutige Erklärung: „jeder baierische Besucher lacht sich darüber tot“, aber wir fanden das damals wild und gefährlich.
    Mein Bruder und ich waren vier Jahre auseinander und hatten ein Zimmer zusammen, das zum Wohnzimmer eine Art Ofenklappe hatte, durch die der Ofen nebenan Wärme abgab, und die Eisblumen am Fenster hatten wir auch. Ich fand das schön, auch die schwere Steppdecke, die im Winter zusätzlich über das Federbett kam, damit keiner frieren musste.

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